Night of the Living Dead Filmreview

Die „Nacht der lebenden Toten“ – im englischen Original ‚Night of the living death‘ – ein Film, den man ohne weiteres als Meilenstein des Horrorgenres bezeichnen kann. Dieser Kultklassiker, der gerade für damalige Verhältnisse einige ganz und gar magenumdrehende Momente enthält, wurde sogar in die Filmsammlung des berühmten Museum of Modern Art aufgenommen. Die Handlung, später unzählige Male für andere Filme umgeschrieben, beginnt, wie in Horrorfilmen üblich, ganz harmlos…

Die Geschwister Johnny und Barbara sind auf dem Weg, das Grab ihres Vaters zu besuchen, als sie auf dem Friedhof einem bleichen Mann begegnen. Ehe die beiden wissen, wie ihnen geschieht, greift der unheimliche, andere Besucher sie an und schlägt Johnny zu Boden. Barbara schafft es in Panik zu fliehen, muss jedoch ihren Bruder auf dem Friedhof zurücklassen. Völlig außer sich rast sie mit dem Wagen die menschenleeren Straßen entlang, hat einen Unfall, muss sich also ohne Auto weiterschlagen und erreicht schließlich ein verlassenes Farmhaus. Dort trifft sie auf Ben, der ebenso vor unheimlichen Gestalten auf der Flucht ist, dessen Tank jedoch leer ist. Ben berichtet von mehreren dieser mysteriösen Gestalten, die er auf seinem Weg gesehen hat, als Männer schlagartig auch das Farmhaus attackieren.

Während Barbara langsam den Verstand zu verlieren beginnt, verteidigt Ben das Haus, wobei er einige der Männer tötet. Notdürftig verschanzen sich Barbara und Ben nun im Haus, als sie plötzlich fünf Menschen im Keller des Hauses vorfinden. Dort hatten sich das junge Paar Tom und Judy und das Ehepaar Helen und Harry Cooper mit deren Tochter verbarrikadiert. Das Mädchen wurde von einem der Angreifer gebissen und befindet sich in augenscheinlich sehr schlechtem, äußerst schwachem Zustand. Schnell entbrennt ein Konflikt zwischen Ben, der vom Erdgeschoss aus die Angreifer beobachten und kämpfen möchte, und Harry, dem einzig das Wohl seiner Familie am Herzen hängt und der deshalb weiterhin im Keller und versteckt ausharren möchte. Radio und Fernsehen klären die Gejagten endlich auf – die Angreifer sind Untote, kürzlich Verstorbene, die nur durch die Zerstörung ihres Kopfes endgültig aufgehalten werden können.

Daraufhin versuchen Ben und das junge Paar Tom und Judy das einzig verbliebene Auto an einer in der Nähe gelegenen Zapfsäule zu betanken, was jedoch nicht gelingt, schlimmer noch, Tom und Judy sterben bei einer Explosion und Ben, den Harry aus Angst um seine Familie nicht wieder ins Haus lassen will, schafft es nur knapp, sich wieder in Sicherheit zu bringen. Der Konflikt zwischen den beiden verbliebenen Männern eskaliert und es kommt zum Kampf, in dessen Verlauf Ben Harry niederschießt und dieser in den Keller stürzt. Dort wartet bereits seine mittlerweile zum Zombie mutierte Tochter. Helen, Harrys Frau, sieht wie ihre Tochter Harry beißt und starrt wie gebannt auf die Szenerie. Obwohl sie Zeit gehabt hätte, sich in Sicherheit zu bringen, verharrt sie und wird schließlich von ihrer eigenen Tochter umgebracht. Auch Barbara hat kein Glück – ihr zum Zombie gewordener Bruder zerrt sie in die nach Blut gierende Meute…

Nur Ben kann sich behaupten, schießt die untoten Coopers nieder und verbarrikadiert sich allein im Keller. Endlich hört er, wie sich zombiejagende Bürger zum Haus vorkämpfen und rennt zum Fenster. Die Zombiejäger allerdings halten ihn für einen Untoten und schießen ihm eine Kugel in den Kopf…

Soweit zur Handlung, die im Jahr der Entstehung des Films, 1968, auf nicht unbeachtenswerte Weise alles bis dato in Sachen Horrorfilm bekannte in den Schatten stellte: Erstmals wurden Untote als Wesen mit eigenem Willen dargestellt und waren damit der unmittelbare Ursprung des Schreckens, nicht mehr nur die willenlose Marionette irgendeiner fremden Macht. In „Night oft he living dead“ steigen die Toten eigenmächtig aus ihren Gräbern auf, um als Zombies Jagd auf die Lebenden zu machen. Dies revolutionierte das Genre und bleibt bis heute ein Thema.

Den Kultstatus des Filmes kann man noch immer erleben, zum dreißigsten Geburtstag brachte man eine überarbeitete Fassung heraus, außerdem existieren mehr oder weniger bekannte, mehr oder weniger am Original orientierte Remakes, Fortsetzungen und sogar ein Bühnenstück. Interessant im Übrigen die zeitgenössische Rezeption – Kritiker Ende der sechziger Jahre befanden den Film nämlich zu sadistisch, zu blutig und gewaltverherrlichend, außerdem blödsinnig und manch einer sagte sogar den Machern dieses Horrorspektakels das Fehlen sozialer Verantwortung nach…

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