Fear the Walking Dead – Staffel 1 – Episode 1 – Gute alte Zeit – Pilot

Fear The walking Dead Staffel 1 Gute alte ZeitGute alte Zeit – Die Untoten sind zurück: Mit „Fear the Walking Dead“ startet ein Spin-off der beliebten „The Walking Dead-Serie“, der ab jetzt für Amazon Prime Nutzer auf Deutsch und Englisch zu sehen ist. Stolze 10,1 Millionen Zuschauer verfolgten in den USA den Start der Prequel-Serie auf AMC. Die Serie versetzt den Zuschauer zurück in die Zeit vor der Apokalypse: In die vermeidlich heile Welt von Los Angeles. Hier wimmelt es noch nicht vor Untoten: Es gibt Krankenwagen, Polizisten, Schulunterricht – und die ganz normalen Zukunftspläne eines verliebten Pärchens für die Zeit nach der Schule. Schon als der Freund von seiner Geliebten ein Herz auf den Arm malt, ahnt der „Walking Dead“ geprägte Zuschauer aber, dass dieses Herz wohl länger andauern wird als sein Leben. Warnung: Spoiler ahead.

 

Zombies? Mangelware

„Fear the Walking Dead“ erhält in der ersten Episode seine Spannung weniger durch die kurzen Zombieauftritte sondern mehr daraus, dass der Zuschauer schon weiß, was kommen wird, während die Charaktere in der Folge noch rätseln. Die „Walker“ genannten Zombies sind noch nicht bekannt. Direkt zu Beginn der ersten Folge stößt der junge Drogenabhängige Nick (Frank Dillane), der sich seine Unterkunft in einer verlassenen Kirche im Ghetto LAs eingerichtet hat, zwar auf einen Zombie in Form seiner drogenabhängigen Freundin, flüchtet schließlich aber ungläubig. Zombiealarm? Fehlanzeige. Nick denkt er sei verrückt geworden und halluziniere, bevor er von einem Auto erwischt wird und in Krankenhaus aufwacht.

In der heilen Welt dort lernt der Zuschauer auch den Rest seiner gar nicht so heilen Familie kennen: Der drogensüchtige Nick ragt zwar heraus, aber auch sonst konzentriert sich die erste Folge erstmal darauf, die einzelnen Charaktere einzuführen und vorzustellen: Von der selbstbezogenen Teenager-Tochter (Alycia Debnam-Carey) über die sich sorgenden Eltern Maddy und Travis (Kim Dickens und Cliff Curtis). Zu dem nach anfänglichen Zweifeln über Nicks Geschichte schließlich doch recht investigativ tätigem Lehrerpärchen zählt dann noch die Exfrau von Travis aus seiner ersten Ehe und seine Ex-Frau. Verteilt über Los Angeles hangelt sich die erste Folge vor allem an der Frage entlang, ob die zerrüttete Familie vor dem Ausbruch noch zusammenfinden kann.

Der Ausbruch selbst findet aber nicht statt. In typischer „The Walking Dead“-Manier wird sich für die Entwicklung der Story Zeit genommen. Ereignisse folgen nicht Schlag auf Schlag. Es bleibt Zeit für die Charakterentwicklung und Erkenntnisfindung, die bei Prequel wohl wichtiger sein wird als in der Hauptserie. Wer aber auf bekannte Gesichter gehofft hat, wird enttäuscht: Plot und Darsteller der beiden Serien bleiben getrennt. „The Walking Dead“ nahm seinen Ursprung in Atlanta, wo Sheriff Rick Grimes inmitten der Apokalpyse erwacht.

Die Ruhe vor dem Sturm

Vor dem roten Abendhimmel von Los Angeles schafft es „Fear the Walkign Dead“ eine angespannte Situation zu kreieren ohne zu übertreiben. Es wird klar: Es liegt etwas in der Luft. Im Vorbeifahren stößt man im Hintergrund auf Vermisstenanzeigen, es gibt ein Video von einer Auseinandersetzung zwischen Polizisten und einen Zombie, der erst nach intensiven Schusswechsel durch einen Kopfschuss stirbt. Nachdem das Video zirkuliert, erscheinen Schüler nicht zur Schule – der Schultag wird vorzeitig unterbrochen. Dennoch bleibt für die Schüler unklar: Ist das Video echt oder ein Fake?

Von Regierung oder Polizei ist in der ersten Folge nichts zu vernehmen. Auch bleibt unklar, ob ihnen das Ausmaß der Katastrophe bereits bekannt ist und sie es etwa unter Verschluss halten. In „The Walking Dead“ wird herausgefunden, dass jeder Mensch bereits mit dem Virus infiziert ist. Er wird zum Zombie, vollkommen egal wie er stirbt. Wird man gebissen, kann das Körperteil abgeschnitten werden – und so am Leben geblieben werden.

Im Krankenhaus liegt der junge Nick angekettet an seinem Krankenbett neben einen sterbenden alten Mann. Es wird zwar viel Zeit in die Szene investiert – und als der sterbende Mann zur Rettung in einen anderen Raum verlegt wird, wäre zu erwarten, dass er sich nach seinem Tod in einen Zombie verwandelt. Darüber schweigt sich die Serie jedoch noch aus. Alles was gezeigt wird, ist hektische Angespanntheit im Krankenhaus – und ein großes Desinteresse an dem schließlich in der Gunst der Stunde geflüchteten Nick, der von der Polizei zu seiner vermeidlichen Halluzination in der Kirche befragt wurde.

Ein gelungener Start

Insgesamt legt die erste Folge einen gelungenen Start hin: Sie führt erfolgreich in die Thematik ein und vermittelt glaubwürdig die Zweifel an der Existenz von Zombies. Etwas nervend ist jedoch die Übernahme aus dem Original, dass offensichtlich niemand jemals den Begriff Zombies gehört hat. Während der Zuschauer also damit rechnet, dass Nick beim Herausrennen aus der Kirche oder irgendein Schüler beim Betrachten des Videos zumindest mal „Zombie!“ ausruft, hüllen sich die Charaktere in Schweigen. Auch erscheint fraglich, warum Nicks Eltern beim Rundgang in der Kirche angesichts der herumliegenden Gedärme und Blutlachen nicht einfach doch mal bei der Polizei anrufen.

Letztlich stoßen Nick und seine Eltern schließlich in den letzten Minuten doch noch gemeinsam auf einen sie attackierenden Zombie, der auch nachdem sie ihn mehrmals mit dem Auto überfahren, einfach nicht sterben will. Der Grundstein ist also gelegt.

Prime-Mitglieder können die erste Episode der sechsteiligen Staffel ab dem 24. August, ab 20:00 Uhr, bei Amazon Prime streamen – in englischer Originalfassung und auf Deutsch. Die weiteren Episoden folgen dann immer montags nach der US-Ausstrahlung, je um 20:00 Uhr.

Folge 1: 24. August
Folge 2: 31. August
Folge 3: 14. September
Folge 4: 21. September
Folge 5: 28. September
Folge 6: 05. Oktober

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