Dead Snow (2009) Filmreview

Titel: Dead Snow

Dead SnowJahr: 2009
Genre: Horror, Zombiefilm, Komödie
Regie: Tommy Wirkola
Darsteller: Lasse Valdal, Charlotte Frogner, Vegar Hoel
Laufzeit: 1 Stunde, 31 Minuten
Anbieter: Amazon Video

Beschreibung von Dead Snow: “Eine Gruppe junger Leute, Studenten der Medizin allesamt, trifft sich zum Schneesport-Wochenende in einer Ferienhütte irgendwo in den Bergen Norwegens. Die Anreise klappt relativ reibungslos, doch schon bald weist ein unheimlicher alter Mann die Winterfrischler auf eine Legende hin, nach der in der Gegend die Geister von gefallenen Wehrmachtsoldaten spuken sollen. Als schließlich zombifizierte SS-Männer an die Hüttentür klopfen, ist es für Flucht bereits zu spät, und die jungen Leute müssen den ungleichen Kampf aufnehmen.”

Zusammenfassung von Dead Snow: Zombies auf verschneiten Berghängen – das klingt interessant. Nazi-Zombies auf verschneiten Berghängen in Norwegen – das klingt eher absurd und wie ein Film direkt aus der Trash-Ecke. Dennoch unternimmt Tommy Wirkola mit Dead Snow, Zombies, Nazis und Schnee unter einen Hut zu bringen. Das Ergebnis ist eigenwillig.

Die Story

Acht Medizin-Studenten wollen eine Auszeit vom Alltagsstress nehmen und fahren für ein Wochenende in die Berge, um in einer einsamen Berghütte einfach nur Spaß zu haben und zu entspannen. Doch bereits am ersten Abend wird das Wochenend-Idyll aus Schneeballschlachten, billigem Bier und jugendlichen Hormonen getrübt. Zum einen ist ein Mitglied der Gruppe bisher noch nicht bei der Hütte eingetroffen, da die junge Frau sich auf einer Ski-Tour befand, zum anderen steht plötzlich ein unheimlicher Fremder vor der Tür. Als die Freunde ihn in die Hütte lassen, erzählt er ihnen von der bewegten Geschichte der Gegend. Vor über 70 Jahren soll sich ein Trupp von Nazis mit gestohlenen Wertgegenständen in die Berge geflüchtet haben und wurde seitdem nie wieder gesehen.

Die Studenten tun die Geschichte als albernen Scherz ab, doch nachdem der Fremde wieder in die Nacht verschwunden ist, häufen sich am nächsten Tag die seltsamen Vorkommnisse. Die Leiche des Fremden wird in seinem Zelt mit herausquellenden Innereien aufgefunden und eines der Mädchen verschwindet spurlos. Als die Freunde dann auch noch ein Kästchen voller Schmuck unter den Dielen des Wohnzimmers entdecken, bricht plötzlich die Hölle auf Erden aus und die Studenten müssen ihr Leben gegen ein Bataillon von Zombie-Soldaten verteidigen.

Ausstattung

Was man „Dead Snow“ zu Gute halten kann, sind sowohl die Bild- als auch die Sound-Qualität. Mit scharfen Konturen und präziser Kamera-Führung werden den Zuschauern einige schöne Einblick in die weißen Schnee-Felder Norwegens präsentiert, die einen interessanten Kontrast zu den Blutrünstigen Zombies und fliegenden Gedärmen bildet. Untermalt wird die Szenerie mal von typisch skandinavischen Rock-Titeln und mal von dezenten, aber Stimmungsvollen Gruselklängen. Allerdings spart der Film sehr an Effekten und greift dann auf Tricks wie dunkle Umgebungen und Aufnahmen aus weiter Entfernung zurück, um dennoch ein kleines bisschen Horror vermitteln zu können. Während des Films eher sparsam, lässt „Dead Snow“ erst ganz zum Schluss das übertrieben rote Blut in Strömen fließen, untermalt von Knurr-Geräuschen die wohl eher zu einem Bären als zu einem Zombie gehören sollte.

„Dead Snow“ versucht, ein für einen Horrorfilm ungewöhnliches Setting mit typischen Eigenschaften einer Komödie zu vermischen. Dabei hat sich Tommy Wirkola von klassischen Trash-Filmen wie „The Evil Dead“ inspirieren lassen. Daran ist nichts verwerfliches. Allerdings hätte Wirkola lieber einen Film weniger als Vorlage genommen und sich mehr auf sein eigenes Projekt konzentriert. Denn dann hätte aus „Dead Snow“ wirklich etwas interessantes werden können. So ist der Film nichts Halbes und nichts Ganzes und wirkt oft lieblos zusammen getackert.

Trashiger Zombieklamauk

Ein Beispiel: in einer Szene haben die Zombies gerade die Fenster zerstört und greifen gierig nach jedem, der zu nahe an dem Loch steht. Im nächsten Moment folgt ein scharfer Schnitt, es ist helllichter Tag und der Schauplatz hat sich einige Kilometer von der Hütte entfernt. Ein erneuter Schnitt und die Zuschauer sehen wieder ins Innere der Hütte. Von den Zombies fehlt jede Spur und die Überlebenden planen bereits ihre Flucht. Und das ist nur eines der vielen Beispiele, die die Qualität dieses Films anschaulich wiedergeben.

Fazit: Auch wenn man „Dead Snow“ zumindest einen Punkt für den Versuch gutschreiben sollte, Zombies in eine Schneelandschaft zu integrieren, muss man dem Film für jeden anderen Bereich Punkte abziehen: von den Witzen zünden nur zwei bis drei, die Horror-Elemente sind vorhersehbar und am Ende wird nicht nur von „The Evil Dead“ abgekupfert, sondern dreist geklaut – und das nicht einmal gut. Nur Freunde von Hardcore-Trash können diesem Film überhaupt etwas abgewinnen. Alle anderen sollten einen weiten Bogen um die Nazi-Zombies und „Dead Snow“ machen.

Bewertung: 9/10

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